Am 1. September 2025 beginnt die Zukunft. Ein "Paradigmenwechsel" sollte das vor einem Jahr in Kraft tretende Informationsfreiheitsgesetz (IFG) sein und Österreichs Verwaltung seither so richtig transparent. Und, ja. Auf Basis des neuen "Grundrechts auf Informationen" sind tatsächlich einige wegweisende Entscheidungen gefällt worden. Beispielsweise entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) dem STANDARD Zugang zu fast all seinen Kalendereinträgen als Regierungschef geben muss. (Stocker hat Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben, dieser hat noch nicht über die Sache entschieden.)
In einer Sache erinnert Österreichs Informationsfreiheit allerdings verdächtig an Deutschland. (Wo die schwarz-rote Koalition übrigens gerade darüber debattiert, das dortige Informationsfreiheitsgesetz einzuschränken.) Denn mehrere österreichische Behörden weigern sich, Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz per E-Mail entgegenzunehmen. Das führt dazu, dass die Transparenz-Herstellungs-Plattform FragDenStaat.at, worüber interessierte Menschen sehr einfach Anfragen an die Verwaltung stellen können, ab sofort Faxe verschickt.