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Jetzt schnappt die Falle zu. Jahr um Jahr haben Technologieexperten und Datenschützer die Bundesregierung, die EU-Kommission, europäische Unternehmen und Millionen private Internetnutzer gewarnt: Sich in der Informationstechnologie von großen US-Konzernen abhängig zu machen, ist bequem, aber gefährlich. Jeder konnte das wissen und entsprechend handeln.
Doch die Bequemlichkeit siegte. Vermeintlich kostenlose Produkte, fest eingespielte Routinen, bekannte Marken, auf Sucht getrimmte Algorithmen, technologische Vorsprünge – all das wirkte dabei zusammen, dass heute mehr als zwei Drittel der digitalen Dienstleistungen in der EU in Wahrheit in den USA erbracht werden. Google, Meta, Microsoft, Amazons Cloudservice AWS und OpenAI haben unser Leben fest im Griff.
Teil dieser Sorglosigkeit war auch der Glaube, dass die US-Konzerne nach dem Ende der Trump-Regierung wieder zu verlässlichen Partnern werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Bundesregierung weiter Mitteilungen über die Plattform X veröffentlicht, obwohl diese einem bekennenden Gegner des deutschen Rechtsstaats gehört, und das mit unserer digitalen Integrität betraute Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie erst vor kurzem einen Kooperationsvertrag mit Google über eine Cloud-Lösung „für sichere Cloud-Lösungen in der öffentlichen Verwaltung“ abschloss? Auch dass der Bundesinnenminister ernsthaft darüber nachdenkt, Software der engstens mit Trump und den US-Geheimdiensten verflochtenen Überwachungsfirma Palantir einzusetzen, spricht Bände.